
Petra Schmitz-Pillmann
Landschaftselemente in der minoisch-mykenischen Wandmalerei
Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin 6
Der vorliegende Band der Reihe des Winckelmann-Instituts ist die überarbeitete
Magisterarbeit von Petra Schmitz-Pillmann, die völlig unerwartet mitten in der
Vorbereitung zur Drucklegung starb. Der Herausgeber hat es daher übernommen, die
von ihr hinterlassenen Notizen und neuere Literatur einzuarbeiten. Dabei sollte
allerdings so wenig wie möglich in das Vorhandene eingegriffen werden.
Farben spielen in der altägäischen Wandmalerei eine wichtige Rolle, vor allem
bei der Umsetzung von "Landschaft" mit ihren Details, in eine relativ begrenzte
Farbpalette von wenigen Grundfarben - Blau, Gelb, Grün, Rot, Schwarz, Weiß -, die
technisch bedingt waren.
Generell läßt sich die Tendenz beobachten, ihre Verwendung in zwei
Kategorien einzuteilen: Zum einen das Prinzip des Farbwechsels innerhalb in sich
abgeschlossener Naturdarstellungen, wie etwa bei den Krokussen auf dem Fresko aus
Raum 14 von Ajia Triada, und zum anderen das der feststehenden Konventions- und
"Bedeutungsfarben", die offensichtlich kaum variiert werden. Beide Kategorien
halten sich nur in relativ begrenztem Maß an die Farbgebung des Naturvorbilds.
So ist zwar der Luftraum innerhalb einer Landschaftsdarstellung im Miniaturformat
weiß, bei narrativen Szenen im Mittelformat jedoch vorzugsweise blau. Beim
Hintergrund großformatiger Fresken - theoretisch ebenfalls Luftraum - wird
dagegen nach dem Prinzip des Farbwechsels verfahren, wie etwa bei der großen
Prozession im Südflügel des Palasts von Knossos.
Für den Gesamteindruck vor allem der Landschaftsdarstellungen und ihrer Elemente
ist zudem die Art des Farbauftrags von einer gewissen Bedeutung. Hierbei ist
generell eine Tendenz von mehr gemischten Farbflächen am Beginn der Neupalastzeit
zu einheitlicher eingefärbten Flächen zu beobachten. Dieser Eindruck wird dadurch
verstärkt, daß der "Landschafts-" oder "Luftraum" in der Wandmalerei auf detaillierte
Angaben der früheren Malerei zugunsten großer Flächen weitgehend verzichtet.
Die einfache Abwechslung verschiedener Farbflächen als Hintergrund ist bei
szenischen Darstellungen schon relativ früh zu beobachten, was gattungsbedingt
sein dürfte. Die großen Farbflächen kommen eigentlich erst ab der Zeit Spätminoisch
II in Gebrauch und begleiten danach die gesamte mykenische Wandmalerei bis zu
deren Untergang.
Format: 21 x 28 cm
Seiten: 78
Abbildungen: 78
Ausstattung: Fadenheftung, broschiert
Preis: 29,80 €
ISBN: 978-3-922912-62-0
ISSN: 0949-6106
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