
Stefanie Oehmke
Das Weib im Manne Hermaphroditos in der griechisch-römischen Antike
Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin 4
Hermaphroditos gehört zu den schillerndsten Gestalten im antiken Mythos.
Sein Reiz besteht in der Vereinigung von Merkmalen beider Geschlechter
in einer Person. Dasselbe haftet ihm als Makel an.
Im Gegensatz zu anderen
antiken mythologischen Figuren, denen Künstler in der Neuzeit wieder Leben
eingehaucht haben, bleibt er in einer besonderen Weise der antiken Kultur verbunden.
Während in dieser Zeit zahlreiche Einzeldarstellungen von beachtlicher ikonographischer
Vielfalt zu verzeichnen sind, erscheint Hermaphroditos später nur im Zusammenhang mit
der Szene seiner Metamorphose von Ovid. Und selbst hier galt der Vorgeschichte mehr
Interesse als dem Ergebnis der Verwandlung. So erfolgte eine Abbildung des ungewohnten
neuen Geschlechts von Hermaphroditos nur zögerlich und unbeholfen. Die Idee einer
Verbindung von männlichem mit weiblichem Geschlecht bewegte in der Neuzeit mehr die
Phantasie von Gelehrten oder Schriftstellern als diejenige von Bildenden Künstlern.
Verbreitet, wenngleich nicht in großen Mengen, waren Einzeldarstellungen des
verweiblichten Jünglings natürlich in Gestalt antiker Bildwerke. Fand seit der
Renaissance Hermaphroditos' spezielle Natur durchaus Aufmerksamkeit, wurden
später im 19. Jahrhundert Statuen ihrer männlichen Genitalien beraubt, um sie
zu weniger frivolen Nymphen zu machen. Allein im kulturellen Umfeld der
griechischen und römischen Antike des 4. Jahrhunderts vor Christus bis in das
2. Jahrhundert nach Christus konnten sich tatsächlich Vorstellungen von
Hermaphroditos, einer zwischen den Geschlechtern vermittelnden Gestalt,
entfalten.
Format: 21 x 28 cm
Seiten: 176
Abbildungen: 120
Ausstattung: Fadenheftung, broschiert
Preis: 48,00 €
ISBN: 978-3-922912-59-0
ISSN: 0949-6106
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