
Heinrich Gentz
Reise nach Rom und Sizilien
Aufzeichnungen und Skizzen eines Berliner Architekten. Von Michael Bollé und Karl-Robert Schütze (Hgg.).
1790 reiste der Berliner Architekt Heinrich Gentz (1766-1811) mit einem königlichen Stipendium nach Italien. Sein Hauptziel war Rom, wo er sich vier Jahre aufhielt. Von dort aus besuchte er den Golf von Neapel (Herculaneum, Pozzuoli, Paestum) und begab sich als erster deutscher Architekt nach Sizilien. 1794 trat Gentz die Rückreise an, verweilte aber noch ein halbes Jahr in London, bevor er 1795 wieder in Berlin eintraf. In unmittelbarem Anschluß plante und errichtete er sein dortiges Hauptwerk, die Münze auf dem Werderschen Markt. Ausdrücklich wegen seiner Reiseerfahrungen holte ihn Goethe 1801 nach Weimar, um den Wiederaufbau des Schlosses fertigzustellen.
Die Aufzeichnungen (Tagebücher, Londoner Reinschrift, Römisches Skizzenbuch) der Italienreise von Heinrich Gentz - der wesentliche Teil betrifft die griechischen Tempel und Fundstätten in Sizilien - liegen nun erstmals in einer kommentierten Ausgabe vor - mit etwa 100 Skizzen von Gentz, von denen zuvor nur wenige veröffentlicht waren.
Die Publikation wird abgerundet durch Beiträge über seine beiden Reisegefährten: den Berliner Porzellanmaler Jean Ernest Clauce (1761-1808), der Gentz bis Rom begleitete, und den Archäologen Wilhelm Uhden (1767-1835), mit dem er die Sizilienreise unternahm.
Die umfangreichen Recherchen brachten ein Beziehungsgeflecht zu Tage, das einerseits als genuiner Forschungsbeitrag zu Architektenreisen gegen Ende des 18. Jahrhunderts angesehen werden kann, aber auch die internationalen Bezüge des Berliner Klassizismus um 1800 besser erhellt. Heinrich Gentz muß neben seinem Schwager Friedrich Gilly als der bedeutendste Architekt Preußens angesehen werden, bevor Karl Friedrich Schinkel in die Fußstapfen seiner beiden Lehrer treten konnte.
Format: 21,5 x 30 cm
Seiten: 408
Abbildungen: 255
Ausstattung: Hartcover, Fadenheftung
Preis: 78,00 €
ISBN: 978-3-922912-57-6
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