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Arena der Leidenschaften

Der Berliner Sportpalast und seine Veranstaltungen 1910-1973

Von Alfons Arenhövel

Am 17. November 1910 wurde der Sportpalast als "größter Eispalast der Welt" feierlich eröffnet. Damit begann die wechselvolle und facetten- aber auch pleitenreiche Geschichte einer der ersten Großveranstaltungshallen Deutschlands.
Der von dem Architekten Hermann Dernburg geschickt in der Lücke eines Wohngebiets in der Potsdamer Straße errichtete Bau erwies sich bald als idealer Ort nicht nur für Sportveranstaltungen wie Eiskunstlauf, Eishockey, Hallensportfeste, Sechstagerennen, Reitturniere oder Boxen, sondern für Massenveranstaltungen jeglicher Art. Nicht nur "Häseken" Sonja Henie, "Justav" Jaenecke, der "blonde Hans" Breitensträter, Max Schmeling, Bubi Scholz, Piet van Kempen, Walter Rütt und viele andere feierten hier große sportliche Triumphe, sondern auch die politischen Massenparteien wussten (ab 1919) die einmalige Atmosphäre dieser Arena zu nutzen. Hier fanden die großen Kundgebungen der KPD, der SPD, der bürgerlichen Parteien und schließlich der NSDAP statt. Fast jeder deutsche Politiker von Rang hat in den zwanziger Jahren am Rednerpult des Sportpalastes gestanden, hier fielen schließlich auch die verhängnisvollen Worte vom "Totalen Krieg", dem dann 1943/44 der Sportpalast selbst weitgehend zum Opfer fiel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in bescheidenerem Rahmen nutzbar gemacht, erwies sich sein Fair als ungebrochen. Jetzt kamen auch die großen Jazz-, Rock- und Popkonzerte hinzu. Louis Armstrong, Lionel Hampton, Mahalia Jackson, Bill Haley, Deep Purple, Frank Zappa oder Jimi Hendrix begeisterten hier ihr Publikum. Darüber hinaus gab es Eisrevuen, Bockbierfeste, Bunte Veranstaltungen oder Ballfestlichkeiten (Zille, Reimann), Ausstellungen oder Vorführungen von Filmen, besonders von Stummfilmen, als der Sportpalast von 1919 bis 1921 in das "größte Kino der Welt" umgewandelt worden war.

Das Buch enthält als Hauptteil eine nahezu lückenlose Chronik der Veranstaltungen, angereichert durch zahlreiche Abbildungen und zeitgenössische Texte. Eine Reihe von Aufsätzen zu einzelnen Bereichen ergeben mit der Chronik ein lebendiges Bild dieser "Arena der Leidenschaften", darunter ein Beitrag über die früheren Veranstaltungshäuser, die zeitweise zum Sportpalast in Konkurrenz standen, und eine Dokumentation über die Berliner Sechstagerennen, die auch außerhalb des Sportpalastes durchgeführt wurden.

Mit einer detaillierten Chronik der Veranstaltungen: Ausstellungen und Messen, Ballfestlichkeiten (Zille, Reimann), Basketball (Harlem Globetrotters), Bockbierfeste, Boxen, Bunte Veranstaltungen, Catchen, Eisrevuen (Holiday on Ice, Wiener Eisrevue), Eissport (Hockey, Kunst- und Schnellauf), Feste der Sportpresse, Filmvorführungen, Fußball, Gottesdienste, Handball, Jiu-Jitsu, Konzerte (Klassik, Jazz, Rock, Pop), Politische Kundgebungen (SPD, KPD, DDP, DNVP, Zentrum, NSDAP, CDU, DP, SED), Radrennen (Sechstagerennen), Reit- und Fahrturniere, Ringen, Tennis.
Mit Beiträgen von D. Behrendt, M. Bollé, K. Dederke, E.Mosberger, D. Pawlowski, M. Peschken-Eilsberger, G. Pfister, L. Schirmer, C. Schreiber, W. Seemann, H.-C. Täubrich.

Format: 24 x 30 cm
Seiten: 608
Abbildungen: 255
Ausstattung: Hartcover, Fadenheftung
Preis: 65,00 €

ISBN: 978-3-922912-13-2

 



Titelbild Alfons Arenhövel, Arena der Leidenschaften

Abbildung aus: Arena der Leidenschaften

Abbildung aus: Arena der Leidenschaften